Aus dem Gießener Anzeiger: Zehn Einser-Abiturienten am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium
„Seid Euch selbst Vorbild und anderen Stütze“, appelliert LLG-Leiterin Annette Pfannmüller an die Abiturienten. Die Jahrgangsbesten werden besonders ausgezeichnet. © Barbara Czernek

Aus dem Gießener Anzeiger: Zehn Einser-Abiturienten am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium hat 130 Abiturientinnen und Abiturienten verabschiedet. Zehn Schülerinnen und Schüler erreichten die Traumnote 1,0.

Gießen – Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) hat 130 Abiturientinnen und Abiturienten verabschiedet und ihnen während einer Feierstunde die Abschlusszeugnisse überreicht. Zehn Schülerinnen und Schüler schafften ihr Abitur mit der Durchschnittsnote von 1,0 – die beiden besten unter ihnen, Quentin Rathe und Karl Fraatz, haben für ihre herausragenden Leistungen den von Prof. Fritz Ulferts gestifteten Ehrenpreis des LLG bekommen. Die weiteren Jahrgangsbesten sind: Charlotte Luisa Ackermann, Caitlin Alexa Barthel, Mirko Bodenmüller, Silja Frey, Oliver Gaßmann, Jan Nicolas Löschen, Luis Wehrum und Alma Aurora Widmann.

 

„Ihr habt tolle Haltung bewiesen“

„Vielfalt ist eine der großen Stärken des LLG. Und es ist schön zu sehen, wie aus so vielen unterschiedlichen Charakteren ein Jahrgang mit großem Zusammenhalt geworden ist“, betonte Direktorin Annette Pfannmüller in ihrer Ansprache. In ihrer sehr persönlich geprägten Rede erklärte sie, warum sie den Beruf Lehrerin gewählt habe. Ihr Vorbild sei ihre Grundschullehrerin gewesen. „Seid Euch selbst Vorbild und anderen Stütze. Leuchtet einander die Wegränder gebührend aus. Findet Euren Strom“, lautete ihr Appell. Angeregt durch die Schüler ihres Deutschkurses, die sie ermutigt hätten, sich ruhig einmal etwas zu trauen, sang sie anschließend mit der Schülerband „Good Riddance“ von Green Day – und das sehr überzeugend.

Für das Kollegium wandte sich Axel Düringer an die Absolventen. Er beschrieb den scheidenden Jahrgang als einen ganz besonderen, der sich durch gegenseitige Rücksichtnahme, Gemeinschaftssinn und Empathie ausgezeichnet habe. „Ihr habt tolle Haltung bewiesen und immer auf die Kleinen geachtet“, hob er hervor. Zudem ging Düringer auf die veränderte politische Weltlage ein und erinnerte daran, wie er mit den Schülern in der Q1-Phase den „amerikanischen Traum“ besprochen habe, der sich durch Donald Trump so schnell und radikal verändert habe. „Ich habe einen schönen Beruf und der Hauptgrund sind die Begegnungen mit Euch. Danke.“

Jonathan Fink, der für die Abiturienten sprach, griff den Hinweis der Schulleiterin auf. „Das LLG spricht viele Sprachen. Was uns verbindet? Wir haben alle das Abitur bestanden.“ Er sah in dieser kulturellen Vielfalt einen Vorteil gegenüber anderen, denn sie würden bereits eine vielfältige Gemeinschaft kennen. Der Schulleitung dankte Fink ausdrücklich, menschlich gewesen zu sein, den Schülern immer zugehört und sie unterstützt zu haben.

 

Ehrung für Diamantene und Eiserne Jahrgänge

Schulsprecher Mahdi Hadi gratulierte ebenso wie die Elternbeiratsvorsitzende Dr. Annika Kruse. Sie hatte einige Tage zuvor als Elternteil an einer anderen Schule eine solche Zeremonie erlebt und wusste um deren Emotionalität. Sie gab den Abiturienten den Rat, dass sie selbst herausfinden sollten, was ihnen wichtig sei, und dass sie sich „echte Menschen“ zum Reden suchen sollten, denn Social Media könne das nicht ersetzen.

Das LLG ist stolz auf seine mehr als 400-jährige Geschichte. Während der Zeugnisvergabe werden daher auch immer die Jubilare der Diamantenen (60 Jahre) und der Eisernen (65 Jahre) Abiturjahrgänge geehrt. Dieses Mal waren dies die Abiturjahrgänge 1966 und 1961. In seiner Ansprache wies Gunter Weckemann auf Besonderheiten der damaligen Jahrgänge hin: So habe es durch die Umstellung des Schuljahresendes von Ostern auf den Sommer 1966 jeweils zwei Abschlussklassen gegeben. Der 1961er-Jahrgang wiederum sei der letzte gewesen, der seine Prüfungen in dem ehemaligen Schulgebäude an der Bismarckstraße ablegte, ehe der Umzug in die Reichenberger Straße erfolgte.

Durch das Programm führten Julia Beck und Fabian Gutsch. Die Feier wurde von verschiedenen Ensembles und Solisten mitgestaltet, die die musikalische Bandbreite des LLG zeigten. So verabschiedete sich der bereits mehrfach bei „Jugend musiziert“ ausgezeichnete Oliver Gaßmann mit dem Musical-Song „Go the Distance“. Der Lehrerchor gab den Absolventen, begleitet von Tom Feldrappe, „A Million Dreams“ mit auf den Weg. Mit der Schülerband (Leitung: Jerry Maute-Möhl) wurde es dann ziemlich rockig. Kraftvoll beendete sie mit dem Lied „Feierabend“ von Ton Steine Scherben die Feierstunde.

 

Quelle: Gießener Anzeiger vom 25.06.2026